Es ist nicht leicht allein zu stehen

Es ist nicht leicht allein zu stehen

Es ist so leicht gesagt: „steh für dich ein“, „glaub an dich“ oder „steh ein für deine Werte“. Und in wie sieht es damit so im Alltag aus? Es ist nicht leicht allein zu stehen. Wie lebt es sich selbstbewusst und stark in einer Gesellschaft, die mehr nach dem „bist du nicht für uns – dann bist du raus“ Prinzip lebt? Wie stark bin ich, wenn es darauf ankommt für mich einzustehen? Für mich aufzustehen? Ich zu sein …

Ehrlich gesagt, mein Weg war „unbewusst“ die Jahre darin vermeidlich eher schwach. Ich habe mich und meine Werte verkauft. Verkauft um dazu zu gehören und das Schlimme daran, ich habe es nicht gemerkt, mir war es lange Zeit nicht bewusst.

Habe ich einfach mit gemacht?
Würde ich gezwungen?
Wie ist es dazu gekommen?
Warum habe ich das gemacht?

Das Leben ist kein Ponyhof Du sprichst das aus was du denkst und Schwupps, ehe du dich versiehst stehst du ganz alleine auf einer Seite, woher noch ganz viele standen. Dabei warst du dieses mal vorsichtig, hast dich vorab abgesichert, mit anderen darüber gesprochen und sie waren doch auch deiner Meinung?

Die eben noch hinter den Rücken geraunt haben, geunkt, und vermeidlich deiner Meinung waren, sind jetzt wo es darauf ankommt und du eingetreten bist für diese Meinung …

Upps, sie sind nicht mehr da?

Verlegen schauen sie zu Boden, fangen an etwas in der Tasche zu suchen, verlassen den Raum, weil gerade etwas ganz wichtig ist, murmeln etwas Unverständliches vor sich hin …. und du – stehst alleine da.
Noch schlimmer wird es, wenn sich auf einmal alles dreht, sich niemand an irgendetwas erinnern kann was gesagt wurde und das was du wahrheitsgetreu wieder gibst von anderen als Lüge ausgegeben wird . Was dann kommt ist … du bist raus.
Das kann soweit gehen, dass sie nicht davor zurück schrecken, dich nieder zu trampeln, dich nieder zu strecken, dich als Ablass Ventil jeglicher Art zu gebrauchen und …

Was hat das mit mir gemacht?
Was habe ich mit mir gemacht?
Was hat das mit dir gemacht?

Ich habe gefühlt, gespürt, erlebt, was es heißt, nicht bequem zu sein. Bequem? Ja, so zu sein wie es passt … am Besten passt ; ) Allen anderen passt. Dazu gehören, nicht alleine sein, gesehen, wahrgenommen, verstanden werden …

Ja, der Rausschmiss tut verdammt weh!

Für Ruhm, Ehre und Anerkennung habe ich gelernt darauf zu achten was andere wollen. Für „dazugehören“ und nicht „alleine sein“ habe ich anderen mehr vertraut als mir. Solange, bis ich wusste was alle andern wollen, mir nur entfallen war, was ich wollte. Ich konnte es einfach nicht mehr formulieren. Ich wusste es schlicht weg nicht mehr. Und das … tat genauso weh.

Es ist nicht leicht auf einer Seite allein zu stehen, weil sich alle auf die andere Seite geschlagen oder verbündet haben. Es ist nicht leicht für deine Werte einzustehen. Die Route zu verlassen, nicht mit dem Mainstream zu schwimmen und dem Gruppendruck zu widerstehen. Ja, es ist schmerzhaft an etwas tief zu glauben und fest zustellen, dass andere es nicht sehen können, nicht erfassen, nicht daran glauben oder es fühlen können oder eben nicht akzeptieren, dass auch andere Meinungen existent sind.

An solchen „Wegkreuzungen“ ist es ganz egal,
wie du dich für den nächsten Moment entscheiden wirst.

Es wird weh tun. Du kannst den Schmerz nicht umgehen. Gehst und stehst du für dich ein, fühlst du dich im ersten Moment allein, evtl. auch sehr verloren…
Wählst du die andere Seite und stehst nicht für deine Werte, deinen Traum, deine Meinung ein… ist der Schmerz auch da. Vielleicht nicht sofort, aber er schleicht sich langsam und stetig ein bis, ja bis es dir das Herz zerfrisst und eines Tages fast schier zerreißt.

Du kannst entscheiden, ob der Schmerz kurz oder lang dauert.

Manchmal ist es an der Zeit aus dem Windschatten heraus zu treten, sich rotzfrech in den Gegenwind zu stellen und für sich einzutreten. Das bringt am Anfang vielleicht ein paar blaue Flecken, ja, mag sein, aber mir hat es auch soviel mehr gebracht.

Auch wenn der Anfang sehr schmerzhaft war …

und ich allein gestanden habe, so haben sich Dinge ergeben, die ich niemals vermutet habe. Es sind wundervolle Menschen in mein Leben getreten, ich habe sie getroffen, weil ich alte Pfade verlassen habe. Ich habe offene Türen gefunden, es haben sich Wege dahinter ergeben, die ich im alten Trott gefangen nicht gesehen habe. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, vom Leben, Menschen herzlich und warm aufgenommen … ich bin daran gewachsen … und ich habe mich gefunden, habe meinen Mut wiedergefunden. Vielleicht, ist das Leben nicht immer ein Ponyhof, aber ein Abenteuer, ein neuer Weg, seinen Werten treu bleiben, sich zeigen und leben – ja, das lohnt sich immer.
Bring dich und dein Licht in die Welt, bring deinen Stern zum Leuchten.
LouLou

Was kann ich machen?
– In Gesprächsrunden darauf achten, gerade zu sitzen
(nicht in mir versinken und zusammenfallen)
– Meine Stimme kräftigen, bewusst lauter sprechen
– Üben die Meinung in kleinen Runden zu bekunden.
– Mal nein sagen, wo ein ja erwartet wird.
– Auf das Herz hören, sagen was ich fühle (Kopf aus Herz an)

Mein ja zu mir macht mich frei.

zum Artikel: Mut zur Ungewissheit und zum Unbekannten

  1. Ingrid Laege

    Sehr schöner Mutmach- Beitrag liebe LouLou. !!!
    Du hilfst und stärkst viele Menschen
    mit deine Ratschlägen und Lebenserfahrungen!!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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